Jacke warnt, wenn es am Brandherd brenzlig wird!
Gemeinsam mit dem Forschungszentrum Seibersdorf entwickelt der Berufsbekleidungshersteller Ötscher eine Feuerwehrjacke mit eingenähten Sensoren, die Alarm schlagen, wenn es am Brandherd lebensgefährlich wird.
Ein Bericht von HANNES FEHRINGER
In alten Agentenfilmen telefonieren die Spione mit ihren Schuhen. Die Uniform, in die die Florianijünger in Zukunft schlüpfen sollen, wird noch viel mehr können. Gemeinsam mit dem Austrian Research Center in Seibersdorf entwickelt der Amstettner Berufsbekleidungshersteller Ötscher eine Feuerwehrjacke, die gefährlichen Qualm und tödliche Hitzewellen mit Sensoren vorausspürt. Über in den Stoff eingenähte Kabel zu einer Funkstelle übermittelt die „intelligente Kleidung“ die brisanten Daten direkt in den Kommandobus. Über GPS-Ortung weiß der Einsatzleiter zu jeder Zeit, wo sich seine Leute an einem Brandplatz oder an einer Unfallstelle befinden. „Die Leute an der vordersten Linie haben oft nicht den Überblick über die lauernden Gefahren, den dann aber mit allen wichtigen Messdaten die Einsatzleitung hat“, erklärt Dieter Götzl, der gemeinsam mit seinem Bruder Georg die Firma leitet, die zuletzt 17 Millionen Euro Jahresumsatz mit ihrer hochwertigen Berufsbekleidung machte.
Mit im Entwicklerteam sind auch Fachleute der Unfallversicherungsanstalt, die ihr Wissen über Gefahrenquellen und Risken einbringen. Die Stromversorgung des mit Messfühlern zur Eigensicherung der Hilfskräfte verdrahteten und verwanzten Gewandes muss noch ausgetüftelt werden. „Akku oder Solarbetrieb – da ist vieles möglich“, sagt Götzl. Mit „intelligenten Uniformen“ können in weiterer Folge auch Bundesheer und Polizei ausgerüstet werden. Die ersten „denkenden“ Feuerwehrjacken sollen 2009 ausgeliefert werden. Das High-Tech-Produkt soll von den 50 Näherinnen im Amstettner Stammwerk gefertigt werden.
Quelle: Oberösterreichische Nachrichten im August 2007



