Auszug aus dem Presseartikel im Profil Extra, April 2008
Titel des Artikels: Fein gesponnen, von Ulrike Moser
Während traditionelle Großhersteller durch die Billigkonkurrenz aus China unter Druck geraten, gelingt es kleinen, spezialisierten Nischenplayern, mit Innovationen zu bestehen.
Weniger auf Tradition als auf Hightech-Arbeitskleidung setzt Dr. Georg Götzl, Geschäftsführer von Ötscher Berufskleidung im niederösterreichischen Amstetten. „Mit Nullachtfünfzehn-Textilien ist aufgrund der starken Konkurrenz aus Fernost heute kein Staat mehr zu machen. Man muss sich auf eine Nische spezialisieren, um am Markt zu überleben“, sagt auch Götzl. Doch das musste man auch bei Ötscher Berufskleidung erst lernen.
Während das Unternehmen in den siebziger Jahren noch fünf Werke in Österreich betrieb und rund 325 Mitarbeiter beschäftigte, gibt es heute nur noch das Werk in Amstetten mit 130 Mitarbeitern.
Geschadet hat es nicht: Im vergangenen Jahr konnte man eine Umsatzsteigerung um 5,4 Prozent auf 17,4 Millionen Euro verbuchen. Die Kundenliste ist durchaus respektabel: Der deutsche Autohersteller VW bezieht Overalls für Werkmitarbeiter schon lange bei Ötscher, und auch die Belegschaft von EVN und Umdasch streift die Textilien morgens über. Mit etwas Glück findet sich auch bald Mercedes auf der Kundenliste. Grund dafür sind die speziellen Materialien, die das Unternehmen verarbeitet. Götzl: „Wir setzen auf Nanotechnologie. Dafür verbinden wir Nanopartikel mit dem Gewebe, und die Kleidung ist knitterfrei, wasser- und ölabweisend. Die stark beanspruchten Textilien haben eine längere Lebensdauer, da sie nicht so oft gewaschen werden müssen. Schmutz perlt einfach ab.“ Die Nanotechnik wird direkt auf der Textilfaser angewandt, die Faserzwischenräume bleiben aber frei – und die Gewebe dadurch luftdurchlässig.
Derzeit feilt Ötscher Textilien schon an der nächsten Innovation: Gemeinsam mit den Austrian Research Centers in Seibersdorf arbeitet das Unternehmen an einer Produktschiene mit der Bezeichnung „Smart Textilien“. Dazu zählt etwa eine Feuerwehrjacke, die künftig die Sicherheit der Florianijünger bei der Brandbekämpfung erhöhen soll. Gefährlichen Qualm, übermäßig hohe Temperaturen und die Körpertemperatur des Trägers registriert die Jacke mittels Sensoren und leitet die Daten per GPS an den Einsatzleiter weiter, der seine Leute bei zu großer Gefahr aus der Gefahrenzone lotsen kann. „Wir arbeiten derzeit am Prototyp. Ab kommendem Jahr ist die Jacke am Markt“, sagt Götzl.
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