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Feuer Frei! Die intelligente Berufsbekleidung für die Feuerwehr
 

Ein Bericht von Andreas Oberleitner


Intelligente Feuerwehrbekleidung

Copyright: ARC

Zusammen mit dem niederösterreichischen Unternehmen Ötscher Berufsbekleidung Götzl GmbH und der AUVA arbeitet das Geschäftsfeld smart Biomedical systems des Bereichs Biomedical Engineering an der Entwicklung einer intelligenten Feuerwehrjacke. Dabei sollen Umgebungs- und Vitalparameter des Trägers möglichst nahtlos erfasst werden – ein intelligentes System sorgt für die Auswertung und Kommunikation. Erste Ergebnisse wurden bereits präsentiert.

 

Die Interdisziplinarität verschiedenster Technologiesegmente stellt insbesondere in der Medizintechnik immer wieder eine große Herausforderung dar. Eines der Zukunftsfelder eröffnet sich in der Verschmelzung elektronischer und textiler Technologien. So können beispielsweise verschiedenste Sensoren körpernah und unauffällig direkt in Kleidungsstücke integriert werden.

Zugleich erfährt die Textilbranche die Eröffnung gänzlich neuer, zukunftsweisender Marktsegmente. Vor allem bietet sich für österreichische Unternehmen die Chance, sich auf diesem preislich hart umkämpften Markt Alleinstellungsmerkmale gegenüber der fernöstlichen Konkurrenz zu sichern.

 

Sicherer Einsatz durch Medizintechnik-Know-how

Das im laufenden Projekt entwickelte System besteht aus einer in der Jacke integrierten Körpereinheit , einer Helmeinheit, sowie einer Basisstation für die Einsatzleitzentrale. Neben der Erfassung der naheliegenden Umfeldparameter wie Umgebungstemperatur und CO2-Konzentration liegt insbesondere das Monitoring der Vitalparameter (Puls, Sauerstoffsättigung, kardiovaskuläre Parameter) im Interesse der Forschergruppe. In diesem in der Bekleidung verteilten Sensornetzwerk kommunizieren die Sensoren in einem so genannten „Body Area Network“ miteinander. Durch „sensor fusion“, also die Verknüpfung und Verarbeitung unterschiedlichster unabhängiger Sensorwerte, können bedrohliche Situationen für den Feuerwehrmann rechtzeitig detektiert und interpretiert werden.

 

Der vernetzte Feuerwehrmann – das „TAN (Team Area Network)“

Eine Sollwertabweichung von einem oder mehreren Parametern generiert eine Meldung, die sowohl den Betroffenen als auch seine Kameraden und den Einsatzleiter warnt. Die Kommunikation erfolgt über ein so genanntes „Team Area Network“ (TAN). Mittels automatischer Sprachmitteilungen über die Ohrhörer in der Helmeinheit, aber auch optisch per Signalleuchte an der Bekleidung erfahren so auch die Teammitglieder von einer potenziellen Gefährdung des Kollegen und können Maßnahmen einleiten.

Weiters können die Werte lückenlos dokumentiert und bei der Einsatz-Nachbesprechung im Detail herangezogen werden, um so zur Qualitätssicherung beizutragen.

 

Usability – ein Kernthema bei der anwendungsnahen F&E

Eine große Herausforderung stellt die Erfüllung der Anwendungstauglichkeit dar. Das System soll schließlich das operative Team unterstützen und nicht im Einsatz behindern; immerhin bedeutet jedes neue Tool auch einen Mehraufwand im Handling. Daher wurde von Anbeginn der Konzepterstellung auf eine mögliche Integration, sowohl in die Ablaufprozesse als auch physikalisch und geometrisch in bestehende Feuerwehrschutzausrüstung geachtet.

 

Ergebnisse präsentiert

Bei der Berufsbekleidungsmesse PROTEX im April 08 in Salzburg wurde der erste Prototyp dem interessierten Fachpublikum präsentiert. Auch die AUVA plant dazu eine eigene Veranstaltung. Diese findet am 30.10.2008 in Bad Ischl statt, es werden dann auch die aktuellen Projektergebnisse präsentiert.

 

Kontakt:

Andreas Oberleitner

Austrian Research Centers GmbH – ARC

Biomedical Engineering

 

Tel.: +43 (0)2622/69290

andreas.oberleitner(at)arcs.ac.at

 

Webadressen: Austrian Research Center und Biomedical Engineering

 

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